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Waldmünchen 1915
Michaela Krinner wird am 29. September 1915 in Waldmünchen,
Oberpfalz, geboren. In der Zeit von 1942 bis 1945 arbeitet sie als
Zeichenlehrerin in Polling bei Weilheim und besucht nebenbei die
Akademie für angewandte Kunst in München.
Ermutigt durch den Besuch der Sommerakademie Oskar Kokoschkas in
Salzburg von 1956 bis 1958, entsteht 1957 das erste Ölgemälde der
Künstlerin. Zuvor entstanden ausschließlich Zeichnungen und Aquarelle.
Sie arbeitet 60er Jahren für vier Jahre als Deutschlehrerin an einer
internationalen Schule in Frankreich. In Fontainebleau verändert sich
der Malstil Krinners, der eher weiche Pinselstrich verwandelt sich in
strenge, geometrische Formen. Sie nimmt den Rat Kokoschkas an und
wendet sich mehr und mehr von dem Gelernten ab und entwickelt zunehmend
ihren eigenen Stil. Die Künstlerin erweitert ihr bisheriges
Formenrepertoire, in den Personen und Landschaftsdarstellungen
überwiegen eingebettet in den Bereich der Pflanzenwelt. Zu diesem
Zeitpunkt lebt Michaela Kinner in Laufen, wo sie ihre Lehrtätigkeit an
der Grundschule bis zum Jahr 1978 fortsetzt. Sie entwickelt ihre
Beobachtungsgabe und Detailgenauigkeit, die Ölmalerei von M. Krinner
wandelt sich zu einem neuen "magischen Realismus". Sie verwendet feine
Marderhaarpinsel, um das Interesse der Feinheit zu unterstreichen.
Zahlreiche Studienreisen in den 1980er Jahren führen sie nach Spanien,
Italien, Portugal, Frankreich und Ägypten. Nochmals erweitert die
Künstlerin ihr handwerkliches Spektrum um die Techniken der Radierung
und der Lithografie. Unterricht erhält sie hierfür bei Friedrich
Meckseper und Willi Wimmer. Meistens zieht sie die Abzüge mehrfach ab,
um sie anschließend mit zwei bis drei unterschiedlichen Farbtönen zu
überarbeiten. Sie bearbeitet nachträglich die Drucke mit Aquarell oder
Farbkreide, so dass Unikate entstehen. Michaela Krinner arbeitet sein
1989 experimentell, dass Motivische verliert zugunsten der Farbwirkung
an Bedeutung.